Deine Lebensgestaltung

Wenn ein Angehöriger Parkinson hat, kann deine eigene Lebensgestaltung zur Zerreißprobe werden. Besonders anstrengend ist es, wenn es deinen Partner betrifft oder du einen Angehörigen pflegst. Im vorherigen Artikel habe ich dir eine Übersicht gegen, was im Leben mit einem Parkinson-Erkrankten wichtig ist. Ich habe dir Tipps gegeben, wie du dein Wohlbefinden verbessern kannst. Heute gehe ich noch mehr in die Tiefe, denn zum eigenen Wohlbefinden gehören auch die eigenen Gefühle und Gedanken.

 

Deine Gefühle und Gedanken

Dieser Part ist sehr wichtig, wenn es darum geht, dein Leben und Zusammenleben zu verbessern, damit du wieder mehr Kraft bekommst. Deine Gedanken bestimmen nicht nur, womit du dich beschäftigst, sondern auch wie du dich fühlst und was du tust oder eben nicht tust.

Es ist leicht gesagt, „dann musst du halt mal etwas für dich tun“. Besonders Frauen haben damit so ihre Schwierigkeiten.

„Pflegen bis zum Umfallen.“

Selbstloses Aufopfern ist für viele Frauen normal. Warum?

 

Aufgabe

Betrachte hier selbst einmal deine Gedanken. Es kann sein, dass deine Gedanken ganz anders sind. Schau sie dir einfach an. Warum handelst du, wie du handelst? Oder, wenn du dich schlecht fühlst: Welche Gedanken führen zu diesem Gefühl?

Das ist der erste Schritt. Sei ehrlich zu dir und sorge für Klarheit. Was steckt wirklich hinter deinem Handeln und deinen Gefühlen?

 

Beispiele:

„Ich muss immer für ihn da sein – Tag und Nacht!“

„Ich kann nicht mal mehr in Ruhe die Zeitung lesen!“

„Das wird alles immer schlimmer!“

„Das macht er nur, um mich zu ärgern, weil es mir gerade gut ging!“

 

Viele Gedanken und Gefühle können es dir regelrecht schwer machen. Indem du hinschaust und dich fragst, ob das wirklich wahr ist, kannst du die Gedanken und Gefühle verändern.

 

Beispiele:
Musst du tatsächlich immer für ihn da sein – Tag und Nacht? Oder könnte es auch anders sein?

Kannst du wirklich nie in Ruhe Zeitung lesen? Was passiert, wenn du Zeitung liest? Kannst du sie nicht doch manchmal zu Ende lesen?

Wird es tatsächlich immer schlimmer? Ist es wirklich wahr? Oder empfindest du es nur so?

Will er dich tatsächlich ärgern? Ist das wirklich wahr? Oder kann es auch anders sein?

 

Ja, du darfst in deiner Situation wütend und frustriert sein. Du darfst verzweifelt sein. Aber du kannst auch nach einer Lösung suchen und einen Weg ermöglichen, wie du dich weniger ärgerst.

Du darfst eine Pause machen. Du darfst deine Pause genießen. Schau auch hier hin, was du tatsächlich denkst.

Wenn du überzeugt bist, dass du bis zum Umfallen für deinen Angehörigen dasein musst, dann wird es dir täglich schlecht gehen. Das liegt an deinen Gedanken und nicht an der Erwartung deines Angehörigen. Er oder sie kann absolut nichts dafür. Deine Chance ist, den Gedanken in Luft aufzulösen.

Suche dir hierfür zum Beispiel einen passenden neuen Gedanken. Spiele mit der Formulierung.

 

Beispiele:
„Ich gönne mir Pausen, wann immer es möglich ist.“

„Ich schaffe mir Zeiten für mich.“

„Auch wenn es schlimmer wird, lerne ich damit umzugehen.“

„Mir darf es gut gehen, auch wenn er frustriert ist und dies zum Ausdruck bringt.“

 

Durch die neuen Gedanken veränderst du dein Bewusstsein. Du lenkst deine Gedanken auf neue Aspekte und öffnest dich für eine andere Lösung. Indem du positiver eingestellt bist, verändert sich automatisch die Situation. Diese Technik kann dir nicht nur in schwierigen Situationen helfen, sondern grundsätzlich.

Konzentriere dich immer mehr auf Gedanken, die dich weiterbringen und löse dich von den Gedanken, die dir schaden.

Es kann sein, dass dir die Anwendung dieser Technik schwerfällt. Wenn du hierbei Unterstützung wünschst, kann du sie hier bekommen.

Hilfreich kann auch sein, wenn du dir Glücksgedanken zurechtlegst, die dir in schwierigen Situationen helfen, auf die richtige Spur zurückzukommen.

 

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Silke

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