Ayurveda bei Morbus Parkinson

Als Ayurveda-Ernährungsberaterin möchte ich* dir heute etwas über Ayurveda mitgeben. Was ist die Parkinson-Krankheit aus ayurvedischer Betrachtung? Wie kann dir die ayurvedische Ernährung helfen, dich gesund zu ernähren und die Symptome zu lindern?

Im Artikel “Parkinson- Hast du eine Chance auf Heilung”  bekommst du einen kurzen Überblick über die aktuellen Ansätze und Erkenntnisse in der Ursachenforschung von Parkinson. Dr. med Przuntek betont u.a. die Vorteile der Ayurveda-Diät.

 

Durch den ayurvedischen Weg zu langer Gesundheit

Ayurveda ist die Lehre vom langen, gesunden Leben. Wörtlich bedeutet Ayurveda „Wissen vom Leben“ (Ayus = Leben, Veda = Wissen).

Im weiteren Sinne umfasst Ayurveda Körper, Geist und Seele. Nicht nur Ernährung, Massagen und körperliche Anwendungen gehören dazu, sondern auch Yoga und Meditation.

All diese Dinge bringen uns in Harmonie.

Ist die Harmonie gestört, können Krankheiten entstehen. Ziel ist es deshalb immer, das Gleichgewicht wieder herzustellen, damit wir in einem gesunden Körper leben.

 

Das Prinzip der Energie im Ayurveda

Als erstes möchte ich dir die drei Pfeiler des Gleichgewichts erläutern, das Energieprinzip im Ayurveda:

 

Es gibt in unserem Körper drei Bioenergien, die sogenannten Doshas. Diese heißen Kapha, Pitta und Vata.

 

Diese Bioenergien sind Wirkungsprinzpien. Das bedeutet, du kannst sie weder sehen noch berühren, sondern nur deren Auswirkungen erfassen.

 

Was sind nun diese drei Prinzipien genau?

Kapha ist das Strukturprinzip und für Wachstum und Aufbau des Körpers zuständig.

Pitta ist das Umwandlungsprinzip und verantwortet alle Stoffwechselvorgänge im Körper.

Vata ist das Bewegungsprinzip und steuert alles im Körper, was mit Bewegung zu tun hat.

 

Du ahnst es bestimmt schon: Morbus Parkinson ist eine Störung gewisser Bewegungsabläufe im Körper und hat deshalb aus ayurvedischer Sicht mit dem Vata-Dosha zu tun.

 

 

Was genau wird durch das Vata-Dosha im Körper gesteuert?

Das Vata-Dosha ist verantwortlich für:

  • Bewegungsabläufe,
  • Nährstofftransport,
  • Ausscheidung,
  • Motorik,
  • Sprechen,
  • geistige und mentale Prozesse,
  • Atmung,
  • Blinzeln,
  • Kontraktion,
  • Entspannung
  • und Stimulation.

 

Das Vata-Dosha hält die Effzienz und das Funktionieren der Sinnesorgane aufrecht.

Ohne das Vata-Dosha könnten die anderen beiden Doshas nichts ausrichten. Jegliche Bewegung im Körperaufbau (Kapha) und im Stoffwechsel (Pitta) wird durch das Vata-Dosha gesteuert.

 

Im Alter herrscht das Vata-Dosha vor

Parkinson beginnt häufiger im Alter. Das ist das Lebensalter, in dem Vata vorherrschend ist. Deswegen ist es mit zunehmendem Alter besonders wichtig, das Vata-Dosha zu besänftigen.

Im Alter kehrt Trockenheit ein, man trinkt oft weniger, wird zittriger, die Sinnesorgane verlässt die Energie und der ganze Körper baut ab, oft auch gewichtsmäßig. All das sind Erscheinungen eines verstärkten Vata-Doshas.

Zur Ergänzung: die Kindheit ist das Kapha-Lebensalter, das ist die Zeit des Wachstums und des Aufbaus.

Im Erwachsenenalter dagegen steht das Pitta-Dosha im Vordergrund.

 

Wie können die Doshas gesteuert werden?

Das Prinzip des Ayurveda ist folgendes:

Gleiches wirkt verstärkend, Entgegengesetztes wirkt mildernd.

 

Dies  ist das Grundprinzip, mit dem die Doshas (die Bioenergien im Körper) gesteuert werden.

 

Ernährung mit Fokus auf das Vata Dosha

Das Vata Dosha hat gewisse Eigenschaften. Diese sind:

  • leicht,
  • trocken,
  • kalt,
  • fein
  • und beweglich.

Eine Ernährung, die den Körper ins Gleichgewicht bringen soll, berücksichtigt diese Eigenschaften und bringt sie in Balance.

 

Die entgegengesetzten Eigenschaften des Vata-Dosha sind also:

  • schwer,
  • befeuchtend,
  • warm,
  • grob
  • und stabil.

 

Hast du ein Übermaß an Vata im Körper, so helfen Nahrungsmittel mit diesen entgegengesetzten Eigenschaften, das Vata-Dosha zu besänftigen.

 

Durch die Ernährung das Vata-Dosha ausgleichen

Wenn also das Krankheitsbild von Parkinson durch eine Störung des Vata-Dosha hervorgerufen wird, dann solltest du mit deiner Ernährung auch das Vata-Dosha besänftigen.

Das heißt iss Nahrung, die eine festere Konsistenz hat, aber auch befeuchtend wirkt, also eher ölig und etwas suppig ist. Sie soll erwärmend sein aber nicht erhitzend, denn das würde wiederum austrocknen.

Wärmende Öle wie Sesamöl sind als Kost sehr gut geeignet, Flocken eher mit Wasser gekocht, damit sie nicht austrocknen. Erdende Getreide wie Weizen, Dinkel und Hafer sind von Vorteil, in Maßen dagegen erhitzende Sorten wie Buchweizen, Mais oder Hirse.

Wärmende Gewürze besänftigen dein Vata-Dosha. Auf sehr Scharfes solltest du verzichten da es die Trockenheit im Körper steigert. Kohl und Hülsenfrüchte fördern Luft und Bewegung im Körper, darum solltest du sie nur in Maßen genießen.

Milde Milchprodukte besänftigen ebenfalls, das bedeutet, du solltest auf zu viele Sauermilchprodukte verzichten.

Getränke dürfen warm sein, aber nicht zu leicht.

Generell wirken die Geschmacksrichtungen sauer, salzig und süß besänftigend für das Vata-Dosha, herb, bitter und scharf verstärken es.

 

Lebensstil mit Fokus auf das Vata Dosha

Das Vata-Dosha ist unregelmäßig und leicht. Denke wieder an das Grundprinzip, dass Entgegengesetztes reduzierend wirkt. Alles was regelmäßig und geerdet ist, wirkt dem Vata-Dosha entgegen und bringt sowohl den Stoffwechsel als auch den Aufbau des Körpers in Harmonie.

Dazu gehören:

  • regelmäßige Mahlzeiten,
  • regelmäßige Schlafenszeiten
  • und ein regelmäßiger Lebenswandel.

Es wird dir eher gut tun, dich länger an einem Ort aufzuhalten. Besinnliche, gemächliche Tätigkeiten erden eher als viel Hektik und Streß. Achtsamkeit, Yoga, Qi Gong etc. geben ebenfalls Erdung und Stabilität. Rhythmus und Regelmäßigkeit ist das A und O!

 

Entgiftung durch Ernährung

In unserem Alltag nehmen wir oft Gifte mit der Nahrung und durch die Luft auf. Durch die ayurvedische Ernährung entschlacken wir auch wieder regelmäßig.

Gerade bei Morbus Parkinson, für dessen Entstehung gewisse Bakterien und Gifte im Körper verantwortlich gemacht werden, ist eine regelmäßige Entschlackung wichtig.

Dies kann eine phasenweise Kur sein, durch die Gifte aus dem Körper ausgeleitet werden. Das kann aber auch ein wöchentlicher Flüssigkeitstag sein, zu dem ausschließlich Suppen und Säfte die Nahrung bilden.

 

Eine starke Verdauungskraft

Wenn wir richtig essen, findet tägliche Entgiftung ganz automatisch in unserem Stoffwechsel statt. Dann haben wir eine starke Verdauungskraft, die sowohl vollständig verdaut als auch Schlacken aus dem Körper abtransportiert.

Dazu gehört:

  • genügend Platz im Magen lassen,
  • ausreichende Pausen zwischen den Mahlzeiten machen,
  • nur bei Hunger essen
  • und auf zu viele Zwischenmahlzeiten verzichten.

Die Auswahl der geeigneten Lebensmittel ist ganz abhängig davon, was für ein ayurvedischer Typ du bist. Die Nahrung muss deinem Konstitutionstyp entsprechen und gleichzeitig die Besänftigung des Vata-Dosha berücksichtigen.

 

Zum Schluss

Wichtig ist es mir noch zu betonen, dass Ayurveda stets langfristig ausgerichtet ist. Das beste ist, wenn du dir gesunde Gewohnheiten dauerhaft zu eigen machst.

Möchtest du tiefer in das Thema Ayurveda eintauchen und praktische Tipps für deinen Alltag bekommen? Dann melde dich hier zu Susannes Newsletter an und erhalte ihren ayurvedischen Kochratgeber gratis.

 

Foto Susanne Dahl, Ayurveda-Ernährungsberaterin
Susanne Dahl, Ayurveda-Ernährungsberaterin

Susanne Dahl ist Diplom-Betriebswirtin und ausgebildete Ayurveda-Gesundheitsberaterin.

Ihr Wissen und die Leidenschaft  für Ayurveda und fernöstliche Philosophie hat sie vor 17 Jahren für sich in Indien entdeckt. Ihr Motto – Von östlicher Weisheit und westlicher Lebenskunst –  verbindet Gesundheit und ein gut gelebtes Leben.

Die leidenschaftliche Köchin liebt vielfältige Kompositionen und wärmt ihre Yogamatte gerne schon vor Sonnenaufgang. Ihre Anregungen zu gesunder Ernährung und mehr Wohlbefinden sind inspirierend. Sie bringen nicht nur äußeren Erfolg sondern wirkliche Erfüllung.

Mehr findest du auf: www.susannedahl.com.