Januar 8

Parkinson-Demenz: Risikofaktoren, Diagnose und Behandlung

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Parkinson und Demenz

Viele Parkinson-Erkrankte fürchten sich vor einer Demenz. Und tatsächlich ist die Demenz eine häufige Spätkomplikation der Parkinson-Erkrankung, die etwa bei 30% der Erkrankten liegt (https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/mds.21507 ).

Deshalb möchte ich mich in diesem Beitrag mit dem Thema auseinandersetzen und dir die möglichen Risikofaktoren und die Diagnosekriterien schildern. Du bekommst außerdem 7 Tipps, die dir helfen können, dein Gehirn so lange wie möglich fit und gesund zu behalten.


Die Folgen einer Demenz

Eine Demenz wirkt sich negativ auf die Aktivitäten des alltäglichen Lebens aus und führt zu einer erhöhten Sterblichkeitsrate. Außerdem haben Erkrankte mit einer Demenz einen schnelleren motorischen Rückgang und stürzen häufiger. Daher ist es wichtig, frühzeitig achtsam zu sein und möglichst aktiv dem geistigen Verfall entgegen zu wirken.

 

Die Anzeichen einer Parkinson-Demenz

Eine Demenz bei Parkinson bedeutet nicht, dass einfach nur einzelne Wörter vergessen werden und das Gedächtnis langsam abbaut. Das Bild ist vielfältiger und noch gibt es keine einfachen Diagnosekriterien.

Die Diagnose einer Demenz bei Parkinson gehört daher ins Vertrauen eines Neurologen oder Psychiaters. Viele Symptome können sowohl bei einem dementen und auch nicht-dementen Parkinson-Erkrankten auftreten.

Im Vergleich zur Alzheimer Erkrankung ist das Gedächtnis weniger gestört, dafür die exekutiven Fähigkeiten mehr. 


Der Anfang einer Parkinson-Demenz

Wichtig zu wissen ist, dass der Beginn schleichend ist und die Erkrankung langsam verläuft. Hierbei nehmen die kognitiven Beeinträchtigungen der Aufmerksamkeit, der exekutiven und visuellen Funktionen, sowie des Gedächtnisses zu.


Typische Symptome, die bei einer Demenz auftreten können:

  • Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit
  • verminderte exekutive Funktionen (z.B. das Planen, Organisieren und Strukturieren von Aufgaben
  • verschlechterte visuell-räumliche Orientierung
  • Halluzinationen
  •  Wahnvorstellungen (wie Untreue, unerwünschte Gäste)
  • Apathie (verminderte Spontanität, Verlust von Motivation und Interesse)
  • Stimmungsschwankungen (inkl. depressiver Merkmale und Angstzustände)
  • exzessive Tagesschläfrigkeit


Eine Demenz geht deutlich über die übliche Störung der Handlungsplanung und Handlungskontrolle hinaus. Die Defizite sind schwerwiegend genug, um das tägliche Leben zu beeinträchtigen. Hier geht es z.B. auch darum wie konzentriert die Aufmerksamkeit ist, die visuelle-räumliche Orientierung (mehr zum Thema Sehstörungen findest du hier), das Gedächtnis und die Sprachfähigkeit (z.B. Wortfindung und Verständnis von komplexeren Sätzen).


Als Hauptrisikofaktoren einer Parkinson-Demenz werden:

  • das Alter
  •  der Schweregrad der motorischen Beeinträchtigung (insbesondere Steifheit, Haltungsinstabilität und Gangstörungen) und
  • bereits beeinträchtige kognitive Funktionen diskutiert. 


Parkinson Demenz vorbeugen


Wie kannst du tun, um das Risiko zu senken?

1

Gesunder Lebensstil

Ernährung, Schlaf und Bewegung – besonders auch an der frischen Luft! - sind für die Prävention von Vorteil.

2

Stress

Stress ist Gift für das Gehirn. Versuche den Stress zu reduzieren. Hier erfährst du mehr zu diesem Thema. 

3

Ängste beseitigen

Sorgen und Ängste versetzen deinen Körper und das Gehirn in eine Alarmbereitschaft. Dauert dieser Zustand lange an, werden die nötigen Reparaturarbeiten in Körper und Gehirn vernachlässigt und es kann zu bleibenden Schäden kommen. 

4

Zeit nehmen

Wenn du merkst, dass du langsamer bist, dann brauchst du mehr Zeit. Versuche gelassen und wertfrei zu bleiben, sonst steigerst du den Stress. Durch den Stress wird die Verlangsamung höher. 

Die Verlangsamung kann sich nicht nur in der Bewegung, sondern auch im Denken zeigen. Gib dir also auch Zeit, um deine Aufgaben zu durchdenken oder zu besprechen. 

5

Soziale Kontakte

Soziale Kontakte sind wichtig, um glücklich und zufrieden zu sein. Der Austausch ist notwendig, um sich sozial verbunden zu fühlen, andere Meinungen zu hören und damit auch auf andere Lösungsideen zu kommen. In Gemeinschaft werden Probleme i.d.R. kleiner und lösbarer. Außerdem sind die Reize wichtig für ein gesundes Gehirn.

6

Aktivitäten

Aktivitäten, bei denen du deine Konzentration benötigst, fördern deine Leistungsfähigkeit. Je weniger du dein Gehirn beanspruchst, desto schlechter wird es funktionieren. Lass dich also von der Verlangsamung nicht abhalten, deinen Körper und Kopf sinnvoll zu beschäftigen.

7

Bewegung

Durch Bewegung pumpt dein Herz mehr Sauerstoff und Nährstoffe durch deinen Körper und das Gehirn. Deine Nervenzellen werden besser versorgt. Abbaustoffe hingegen werden abtransportiert und stören die Zelle nicht länger in ihrer Funktion. 

Bewegung hilft dir natürlich auch Ängste und Stress abzubauen.

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Tipps und Hilfe für Angehörige

Wende dich an einen Neurologen, wenn...

ein Parkinson-Erkrankter teilnahmslos oder depressiv wirkt. Er hat Schwierigkeiten beim Planen. Die Worte und Gedanken kommen nicht mehr so flüssig und das Gespräch gerät dadurch immer wieder ins Stocken.

Höre zu, wenn...

ein Parkinson-Erkrankter Schwierigkeiten hat, seine Gedanken zu sortieren oder in Worte zu fassen. Es ist wichtig verstanden zu werden und hilfreich, wenn die Gedanken sortiert sind, um so wieder handeln zu können.

Medikamente

Da die regelmäßige Medikamenteneinnahme und ein ausreichender Abstand zur nächsten Mahlzeit sehr wichtig ist, beobachte bitte, ob dies gelingt. Eine Regelmäßigkeit ist notwendig, um weitere Probleme zu vermeiden.

Halluzination

Halluzinationen und Aggressionen lösen bei Betroffenen und Angehörigen leicht ein Schamgefühl aus. Vielleicht fühlst du dich sogar schuldig oder persönlich angegriffen. Bitte halte diese Zustände nicht still schweigend aus, sondern besprich den Umgang und mögliche Behandlungsalternativen mit einem Experten. Nimm unbedingt Hilfe an.

Freude

Die Betreuung oder das Zusammenleben mit einem chronisch Kranken ist herausfordernd und anstrengend. Deshalb ist es wichtig, dass du fit und gesund bleibst. Dinge, die dir Spaß machen und Abwechslung bringen, stärken deine Belastungsfähigkeit und Geduld. Nur wenn es dir gut geht, kannst du deinen liebsten Menschen helfen. Auch Bewegung ist in diesem Zusammenhang wünschenswert. Fördere dein eigenes Wohlbefinden so gut es geht. 

Sturzgefahr

Je unsicherer und ungeschickter ein Mensch wird, desto einfacher sollte die Umgebung sein. Ich weiß, dass sich einige Menschen damit schwer tun, ihre Wohnung neu herzurichten. Ein leicht zugänglicher Raum ohne Stolperfallen macht das Leben leichter und sicherer. Nicht nur für deinen geliebten Menschen, sondern auch für dich. Ich kenne einige Angehörige, die sich selbst beim Versuch einen Sturz zu verhindern verletzt haben. Auch beim Aufhelfen passieren immer wieder Unfälle oder Verletzungen, die so schwerwiegend sind, dass eine kurzzeitige Betreuung Zuhause nicht mehr möglich ist. Bitte sorge vor.

Du schaffst es nicht mehr!

Irgendwann ist jede Autobahn zu Ende. Es kann sein, dass dir die Kraft ausgeht oder du der Situation einfach nicht mehr gewachsen bist. Vielleicht hast du auch einen Fehler gemacht oder du konntest einen Unfall einfach nicht verhindern. Solche Dinge passieren. Bitte mach dir keine Vorwürfe. Irgendwann ist jeder mit der Kraft am Ende. 

Ich hoffe, du kannst es dir schnell verzeihen und eine gute Lösung finden, damit es irgendwie weitergeht.

Wenn du meine Hilfe oder meinen Rat brauchst, vereinbare gerne einen Termin mit mir.


Zusammenfassung

Parkinson und Demenz treten bei etwa 30% der Parkinson-Erkrankten im Spätstadium als Komplikation auf. Eine Diagnose ist nicht einfach und gehört deshalb in die Hände eines erfahrenen Neurologen. Wende dich an diesen, wenn du eine Demenz vermutest. Zur Prävention und Selbsthilfe ist ein aktiver und abwechslungsreicher Lebensstil von Vorteil. Aber auch Angehörige können für die Gesundheit einiges tun, aufmerksam sein und vorsorgen.

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