Oktober 30

An welchen Symptomen du die Parkinson-Krankheit eindeutig erkennen kannst

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Woran kann man die Parkinson-Krankheit wirklich erkennen? Welche Symptome sind typisch für Parkinson? Wenn du gelegentlich mal zitterst, musst du dann fürchten an Parkinson erkrankt zu sein? 

Oder: Du bist erst 40, aber dein Arzt meint trotzdem, du hättest Parkinson! Wie kann das?

Parkinson tritt zwar häufiger im Alter auf, aber es ist nicht zwangsläufig eine Erkrankung, die im Alter beginnt. Oft beginnt das Zellsterben viele Jahre oder auch über ein Jahrzehnt, bevor es zu eindeutigen Symptomen. In der Regel ist die Veränderung schleichend. Es werden immer mehr Symptome. Diese sind anfangs nicht eindeutig.


Die Frühsymptome von Parkinson

Es gibt eine Reihe von Symptomen, die möglicherweise auch mit der Parkinson-Krankheit zu tun haben könnten. Diese Symptome treten oft vor dem Erscheinen vor wirklich eindeutigen Symptomen, wie dem typischen Tremor auf.

Folgende Symptome können zu den ersten Anzeichen zählen:

  • Unruhe
  • Schlafstörungen
  • Müdigkeit
  • depressive Verstimmung
  • Verstopfung
  • Schweißausbrüche
  • Veränderung des Geruchssinns
  • ein unsicheres Gefühl
  • Aufmerksamkeits- und Gedächtnisprobleme
  • Schmerzen im Nacken, der Schulter oder im Rücken, für die keine Erklärung gefunden wird

Vielleicht sind es aber auch feinmotorische Aufgaben, die dir schwerfallen wie das Schreiben, Kartoffeln schälen oder andere handwerkliche Aufgaben.

Möglicherweise fällt dir oder deiner Umgebung aber auch eine Veränderung deines Gangbildes auf. Das können kleinere Schritte sein oder eine gebückte Haltung. Vielleicht schwingt ein Arm nicht mehr so richtig mit. Oder du merkst, dass die Muskelspannung rechts und links plötzlich sehr unterschiedlich sind. 

Es mag sein, dass dir nicht nur das Schreiben schwerfällt, sondern sich deine Handschrift deutlich verändert. Du schreibst zum Ende hin immer kleiner und deine Schrift wird unleserlich. Vielleicht fällt auch deine Mimik auf, weil deine Gesichtszüge immer mehr erstarren und du unfreundlich wirkst. 

Oft wird die Diagnose erst klar, wenn die Steifheit in der Muskulatur von Außen messbar ist, ein klarer Ruhetremor auftritt, die Bewegungen langsamer werden oder sogar für einen kurzen Moment ganz einfrieren, die Haltung sich deutlich verändert, das Gleichgewicht nachlässt. Typisch ist auch, dass Betroffene wirklich langsamer und kleinschrittiger gehen, ein Arm weniger mitschwingt, häufiger gestolpert wird. Manchmal sehen Bewegungen auch aus, als wüsste die Person nicht, was sie will: aufstehen oder lieber sitzen bleiben; in die eine Richtung umdrehen oder lieber in die andere. Das alles kann verzögert sein oder mehrere Anläufe brauchen. Koordinative Herausforderungen könnten schwerfallen oder sogar gänzlich unmöglich sein. Vielleicht ist auch eher auffällig, dass das Denken anstrengt. Worte sind plötzlich weg. Das Denken ist verlangsamt. Es braucht alles einfach ein wenig länger. 

Für einen Parkinson-Experten genügt ein Blick auf den Patienten für eine Verdachtsdiagnose. Das kann aber bei mit Parkinson wenig erfahrenen Spezialisten anders aussehen, besonders wenn der Erkrankte jünger ist und (noch) nicht die ganz typischen Symptome zeigt. Dann können die Symptome leicht auf Stress oder die Psyche geschoben werden.

Entscheidend für das Stellen der Diagnose ist nicht ein einzelnes Symptom, sondern das Auftreten von mehreren für Parkinson typischen Beschwerden. Nur dann wird es (irgendwann) wirklich eindeutig. 


Was kannst du tun, wenn du unter einem oder mehreren der oben stehenden Symptome leidest? 

Ein einzelnes Symptom

Ein unspezifisches Symptom alleine ist bezogen auf Parkinson nicht aussagekräftig. Es kann dann schlichtweg alles Mögliche sein. 

Stress

Parkinson verschlechtert sich gerne in stressigen Situationen und Stress kann eine Parkinson-Erkrankung auch enttarnen. Aber es kann eben einfach auch nur Stress sein, warum du aktuell alles vergisst, dich unsicher und zittrig fühlst. Vielleicht stolperst du deshalb sogar ständig. Genau kann ich dir dies hier natürlich nicht sagen. Du brauchst einen Arzt für die Diagnose.

Vage Symptome

Je vager die Symptome sind und je jünger du bist, desto mit Parkinson vertrauter sollte der Arzt sein. Es kann sein, dass ein beliebiger Neurologe die passende Diagnose stellt oder Parkinson treffsicher ausschließen kann. Wenn du aber weiterhin unsicher bist, rate ich dir den Weg zu einem Experten zu gehen. Das kann in einer Parkinson-Klinik oder einer Parkinson-Ambulanz sein. Es gibt auch vor Ort Neurologen, die viele Parkinson-Patienten behandeln. Namen und Adressen findest du in den Selbsthilfegruppen vor Ort. 

Der Fall ist eindeutig

Wenn du beim Lesen oder Anschauen des Videos viele Symptome abnicken konntest und dich absolut erkannt hast, dann ist der Fall schnell eindeutig. Richtig dargestellt, kommt es schnell zur Vermutung: "Diagnose Parkinson".

Die Diagnose Parkinson

Wie schnell die richtige Diagnose getroffen, beziehungsweise die Diagnose Parkinson auch ausgeschlossen werden kann, ist unterschiedlich. Nach einem ersten Gespräch entscheidet der Arzt das weitere Prozedere. Es kann sein, dass erst etwas ausprobiert wird, um Stress, Depression oder ein anderes Symptom/Krankheit zu senken oder lindern. Oder aber du wirst für ein bildgebendes Verfahren wie MRT (Magnetresonanztomographie) oder CT (Computertomographie) in einer Klinik verwiesen. Auch ein Test mit der Gabe von Levodopa wird häufig veranlasst. Sollte die Diagnose nicht eindeutig zu stellen sein, wird ein DaTSCAN gemacht, um ggf. den Mangel an Dopamin sichtbar zu machen und den Schweregrad der Degeneration darstellen zu können.

Auch wenn das hier jetzt alles in einen Absatz passt, trügt der Schein, dass die Untersuchungen alle mal eben so der Reihe nach gemacht werden und du nach einer Woche die Diagnose hast oder vom Verdacht befreit wirst. Die Diagnose kann in Wahrheit Wochen oder Monate dauern. Das kann eine psychisch anstrengende Zeit sein. Deshalb möchte ich dir einige Tipps und Ratschläge geben, die dir sofort helfen können - ohne vorweg eine klare Diagnose zu haben.


Was kannst du tun?

Es gibt verschiedene Dinge, die grundsätzlich hilfreich sind. Ja, natürlich kann erst eine geeignete Therapie begonnen werden, wenn die Diagnose gestellt wurde. Aber du bist trotzdem nicht hilflos.


Stress

Egal, was die tatsächliche Ursache für deine Beschwerden ist, Stress ist nie gut für dich. Wenn du unter Stress leidest, empfehle ich dir alles zu tun, um diesen Stress zu reduzieren. 


Ausgewogene Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung ist für die Gesundheit förderlich. Wenn du unter Stress leidest, wirst du belastbarer; wenn du unkonzentriert und vergesslich bist, konzentrierter. Eine ausgewogene Ernährung gibt deinem Körper notwendige Nährstoffe, die wichtig für deine Muskeln und dein Gehirn sind. Daher ist die Ernährung ein wichtiger Baustein in der Behandlung von Depressionen und Parkinson.


Zuversicht

Wenn du negativ einstellt bist, kommst du in einen Teufelskreis. In deinem Gehirn werden Botenstoffe ausgeschüttet, die deinen Körper in Alarmbereitschaft versetzen und zu schlechter Stimmung. 


Bewegung

Eine einfache Maßnahme für die Gesundheit ist auch die Bewegung. Mit Bewegung kannst du Stress abbauen, die Chemie in deinem Gehirn positiv beeinflussen. Außerdem hat Bewegung eine neuroprotektive und neuroplastische Wirkung. Das heißt, dass Bewegung die Nervenzellen schützt und dafür sorgt, dass sich die Nervenzellen miteinander verknüpfen. Letzteres ist wichtig für eine gute Leistungsfähigkeit. 


Im Großen und Ganzen kannst du viel für deine Gesundheit tun, auch wenn du (noch) keine Diagnose hast. Entspannungsübungen, einfache Ganzkörperübungen, eine positive Einstellung und ausgewogene Ernährung werden dir in den nächsten Tagen oder Wochen helfen.


Wie geht es weiter?

Mache das Beste aus deiner derzeitigen Situation. Ein klärender Arztbesuch ist leider unabkömmlich. Ohne ihn wirst du nie wirkliche Gewissheit haben.

Nutze die Zwischenzeit um etwas für deine Gesundheit zu tun. Das braucht nicht kompliziert zu sein. Folge gerne deinen eigenen Vorlieben.  

Beachte bitte, dass es schon vorgekommen ist, dass eine Parkinson-Erkrankung fälschlicherweise einige Jahre zuvor ausgeschlossen wurde. Scheue dich also nicht, erneut einen Facharzt aufzusuchen, wenn noch mehr Parkinson typische Symptome dazugekommen sein sollten.

Solltest du kürzlich die Diagnose erhalten haben oder gerade nicht weiter wissen, vereinbare gerne einen Termin für ein Kennenlerngespräch. Ich kann zwar keine Diagnose stellen, konnte aber schon vielen Menschen helfen, mit der Situation besser umzugehen und in ein lebenswertes Leben zurückzukehren.

Werde fit trotz oder auch ohne Parkinson





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01. - 30. September 2020