Haltungsstörungen bei Parkinson

Im Laufe der Parkinson-Erkrankung verändert sich häufig die Haltung. Anfangs sind die Symptome einseitig. Das zeigt sich im Zittern (Tremor), aber gerne auch in der Steifheit (Rigor). Das führt dazu, dass du unter Umständen die Neigung, zu einer Seite zu hängen, hast. Auch eine nach vorne geneigte Haltung ist typisch.
Die Beschwerden nehmen im Laufe der Zeit zu. Das kann bedeuten, dass deine Haltung sich weiter verschlechtert oder andere Auswirkungen hat.

 

Mögliche Folgen der Haltungsstörungen:

  • Schwierigkeiten beim Aufrichten und Gehen
  • eingeschränkte Beweglichkeit
  • Schmerzen.

 

Posturale Instabilität

Ein tieferliegendes Problem ist, dass die automatischen Stell- und Richtreflexe verschlechtert sein können. Bei einer posturalen Instabilität haben Betroffene z. B. im Stehen (oder Sitzen) das Gefühl umzukippen. Wenn die Reflexe deutlich vermindert sind, dann tun Betroffene dies tatsächlich. Ihr Körper richtet sich nicht mehr automatisch auf. Im fortgeschrittenen Stadium müssen davon Betroffene bewusst an das Aufrichten denken, sich festhalten oder anlehnen.

 

Was wäre, wenn es Methoden gibt, frühzeitig einem dieser Probleme entgegenzuwirken?

Würdest du es dann tun?

Die gute Nachricht ist, es gibt nicht nur einen Weg, sondern mehrere. Du kannst auswählen, was am besten in dein Leben passt. Das Wichtige ist aber, damit es wirkt, musst du es tun.

Ein aktiver Lebensstil, Sport und diverse Hobbys sorgen dafür, dass das Voranschreiten der Krankheit gebremst wird oder sich die Auswirkungen in einem gemilderten Maß äußern. Bewegungen, die eine gute Haltung begünstigen, sind von Vorteil. Langes und häufiges Sitzen hingegen wirkt sich nachteilig auf die Haltung aus. Die Steifheit nimmt zu. Die Haltungsmuskeln bauen ab. Und auch die automatischen Reflexe werden nicht weiter geschult.

 

Was ist vorteilhaft im Alltag:

  • Sport/Bewegung
  • Aktives Stehen oder Sitzen
  • Lockernde Übungen
  • Kräftigende Übungen
  • Haltungsschulung

Alleine durch tägliches aufrechtes Gehen schulst du deine Haltung und trainierst die Haltungsmuskeln. Im Stehen und Sitzen ist es weitaus schwieriger, aktiv und aufrecht zu bleiben. Leicht sackt man ein und geht in eine bequeme Haltung über. Das Sitzen auf einer wackeligen Fläche (z. B. einem Bobathball) hingegen hilft, sich aktiver hinzusetzen. Auch Tapes können dich an eine gerade Haltung erinnern.
Auch Sportarten, in denen es nebenbei um deine Haltung oder einen guten Ausdruck geht, sind optimal für dich. Einseitige Sportarten können – aber müssen nicht – suboptimal sein. Das liegt ein wenig daran, welche Seite bei dir am meisten betroffen ist.

Spielerische Balanceübungen oder ein Gleichgewichtstraining können nebenbei die Haltung schulen. Lockernde und kräftigende Übungen hingegen helfen, die Rumpfbalance optimal zu halten.

Gegen die Verschlechterung der Aufricht- und Stellreflexe hilft nur häufiges und auch bewusstes Üben. Sinnvoll kann sein, dass du dich vor einen Spiegel setzt und ganz gezielt deine Haltung verbesserst. Suche dir Punkte, mit deren Hilfe du deine Haltung ausloten kannst.

Die Wirbelsäule sollte gerade sein. Das siehst du natürlich am besten am Rücken. Nur leider sieht man sich selbst selten von hinten. Eine weitere Orientierungshilfe ist das Brustbein. Du kannst schauen, ob der Kropf, das Brustbein und der Bauchnabel eine gerade Linie ergeben.
Wichtig ist außerdem, dass sowohl die Beckenknochen, als auch der Brustkorb und die Schultern auf gleicher Höhe sind. Auch hier kannst du deine Haltung kontrollieren.[/vc_column_text]

Probiere aus, was für dich stimmig ist und werde fit trotz Parkinson!

 

Werde fit trotz Parkinson