Parkinson und Nackenschmerzen

Bei Morbus Parkinson und den atypischen Parkinson-Syndromen kommen Nackenschmerzen immer wieder vor.

Es kann sein, dass du unter einem steifen Nacken leidest, dass also die Beweglichkeit eingeschränkt ist, oder du überwiegend Schmerzen hast. Vielleicht kämpfst du auch ständig mit deiner Haltung. Die Symptome von Morbus Parkinson beginnen meistens auf einer Seite. Hierdurch ist die Muskulatur an dieser Seite stärker angespannt und auch die normale Bewegungsamplitude ist verringert. Bei der Multisystematrophie (MSA) zum Beispiel steht schon früh eine posturale Instabilität im Vordergrund.

Diese drei Probleme, die Steifheit (Rigor), die Nackenschmerzen oder Schwierigkeiten mit der Haltung, führen dazu, dass du dich weniger bewegst und alltägliche Tätigkeiten schlechter verrichten kannst. Gerne kommen auch Kopfschmerzen oder Schwindel hinzu. Manchmal reichen die Schmerzen bis in die Schulter hinein. Hierdurch kann das Bewegen eines oder beide Arme verschlechtert oder schmerzhaft sein. Das Waschen und Anziehen wird unter Schmerzen und starken Bewegungseinschränkungen zur Qual. Im schlimmsten Fall ist sogar das Aufrichten des Kopfes und/oder des Oberkörpers ein Problem. Dann kann es passieren, dass du fast nur noch die Füße deiner Mitmenschen zu Gesicht bekommst. Daher ist es wichtig, hier früh einzugreifen.

 

Wie aber kommt es zu Nackenschmerzen und Fehlhaltungen bei Parkinson?

Die Nackenschmerzen können durch den erhöhten (einseitigen) Muskeltonus und/oder Fehlhaltungen entstehen. Durch die Parkinson-Krankheit fällt z. B. die normale Bewegungsamplitude kleiner aus. Die Gelenke werden nicht mehr komplett bewegt, was sich negativ auf die Durchblutung auswirkt. Auch die für Bewegung typische Schmerzlinderung bleibt aus.

Durch Inaktivität baut sich die Muskulatur verstärkt ab. Das kann zu Fehlhaltungen führen oder bestehende verstärken.

Auch die verschlechterte posturale Kontrolle sorgt dafür, dass du immer mehr zusammensackst. Zur Folge hat dies ebenfalls muskuläre Dysbalancen. Nackenverspannungen sind daher naheliegend.

Die einzelnen Probleme können auch gemeinsam auftreten. Auch der altersgemäße Verschleiß (bis hin zur Arthrose) oder Bandscheibenprobleme können die Nackenschmerzen, Fehlhaltungen und Verspannungen verstärken.

 

Die für Morbus Parkinson typische Haltung ist, dass der Kopf nach vorne geneigt und der Blick auf den Boden gerichtet ist. Darüber hinaus sind eine nach vorne gebeugte Haltung und steife Schulterblätter typisch.

 

Was kannst du tun, um Nackenschmerzen selbst zu lindern und deine Haltung zu verbessern?

Um die richtige Übung zu finden, die dir hilft, deine Nackenschmerzen bei Parkinson in den Griff zu kriegen, musst du wissen, wo und weswegen du Schmerzen hast.

  • Ist der Rigor das Problem?
  • Ist deine Haltung verändert?
  • Wo hast Du konkret Schmerzen?
  • Ist es ein kleines Gebiet oder ist dein Körper generell eher steif?

 

Das alles sind wichtige Fragen, die du dir im Vorfeld beantworten solltest. Auch weitere Fragen können von Belang sein. Dann kannst du an die Auswahl der passenden Übungen gehen.

 

Wie findest du die passende Übung?

Nicht immer ist es für einen Laien leicht, die passende Übung zu finden. Für einen Effekt sind neben der Übung auch die Dosis, die Ausführung und die nötigen Pausen von Bedeutung. Auch ein entsprechender Aufbau der Übungen ist für ein effektives Training unentbehrlich.

 

Parkinson-Erkrankten fällt es eher schwer, sich selbst zu korrigieren. Das ist kein Fehler, den du bewusst beeinflussen kannst. Diese Besonderheit liegt in der Erkrankung begründet. Durch den Dopamin-Mangel ist auch die Aufnahme und Verarbeitung der Reize verzögert. Das bedeutet, dass dir oft nicht bewusst ist, wenn du wieder kleine Bewegungen machst oder in der Haltung absackst.

Darum ist es wichtig, dich immer wieder zu korrigieren, visuelle Hilfsmittel hinzuzunehmen oder eine außenstehende Person um Hilfe zu bitten. Solltest du trotz alledem keinen Effekt haben, dann gibt es hierfür Gründe. Nicht immer ist der einzige Grund die Verschlechterung von Parkinson. Oft gibt es die Möglichkeit die Übungen zu optimieren, die Ausführung zu korrigieren, die Dosis anzupassen oder auch auf nötige Pausen zu achten. Wenn du deine richtige Balance findest, wirst du mehr Freude an deinem Leben haben und deine Parkinson-Symptome besser akzeptieren oder lindern können.

 

Probiere gerne die unten stehenden Übungen aus. Gehe achtsam mit dir und deinem Körper um, dann wird dir die Bewegung gut tun. Wenn du mehr Übungen brauchst, schau dir gerne meinen Mitgliederbereich an.

 

Parkinson-Übung zum Verbessern deiner Haltung

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