Immer mal wieder lese ich, dass das Leben mit Parkinson schwierig ist.

Nicht nur für dich als Betroffenen, deinem Umgang mit der Parkinson-Erkrankung und deiner Lebensgestaltung, sondern auch für deine Beziehung.

 

Da gibt es mehr Themen und Ängste als ich Finger an beiden Händen habe:

Was wird irgendwann einmal sein?

Wie kann ich damit umgehen?

Wie soll meine Familie damit umgehen?

Was hilft mir gegen…

Wie schaffe ich …?

Wie wird sich mein Körper verändern?

Hält meine Partnerschaft das aus?

Bin ich es wert, dass …?

Und noch einiges mehr.

 

Wenn du bei deinen Ängsten still stehst, wirst du vermutlich mürbe. Da ist Ablenkung eine Alternative.
Aber kann Ablenkung und das Ignorieren schwieriger Fragen helfen, deine Situation und deine Beziehungen zu verbessern?

 

Zufällig bin ich durch den Aufruf zu der Blogparade »Win-Win | Geben und Nehmen« von Frank Albers über eine andere Strategie gestolpert. Win-Win!

 

 

Was bedeutet Win-Win?

Bei Win-Win geht es nicht um den Blick auf die Defizite, sondern darum, wie alle Beteiligten einen Nutzen erzielen. Bei Win-Win richtet sich der Blick also auf die Vorteile.

 

Wie kannst du die Situation für alle Beteiligten zum Gewinn werden lassen?

 

Wie schaffst du es, das Beste aus deinem Tag zu machen und das für alle Beteiligten?

 

Wenn du an Parkinson erkrankt bist, ist Parkinson so überdeutlich da, dass alle anderen Bedürfnisse leicht unter den Tisch fallen. Dabei geht es auf der einen Seite auch um deine eigenen Bedürfnisse, die du vielleicht nicht auslebst oder zeigst.

 

Wann hast du deinem Partner oder Menschen, die du liebst, gezeigt oder gesagt, wie wertvoll sie für dich sind?

 

Wie steht es um die Bedürfnisse deines Partners?

Wenn einer krank ist, reagiert die Umgebung darauf. Da sind Gedanken und Gefühle, die wieder zu vielfältigen Handlungen führen können. Am Ende ist die Reaktion ganz unterschiedlich.

 

Beispiel Angehörige:

Beispiel Angehörige 1

Zweites Beispiel:

Beispiel Angehörige 2

Selbst erkrankt:

Beispiel Erkrankter 3

Beispiel 2:

Beispiel Erkrankter 1

Doch was kannst du tun, um in so einer Situation zu gewinnen? Wie können deine Angehörigen gewinnen?

Wenn du merkst, dass am Ende ein Ergebnis steht, dass du dir nicht wünschst, dann kannst du schauen, warum du so handelst?
Wenn hinter deiner Niedergeschlagenheit der Gedanke steht, dass du für alle eine Belastung bist, dann kannst du das selbst hinterfragen, ob es so ist. Noch besser ist allerdings, mit deinem Partner oder Angehörigen darüber zu sprechen.

 

Ich-Botschaften helfen.

»Ich fühle, …«
»Ich denke, …«

 

Doch aus der Ich-Botschaft alleine kommst du nicht zu einem gemeinsamen Gewinn, der dir helfen würde, dich besser zu fühlen.

 

Das Leben besteht aus Geben und Nehmen. Und gut fühlt es sich an, wenn das Geben und Nehmen ausgewogen ist, beziehungsweise wenn ich ein Stückchen mehr gebe als ich nehme.

 

 

Doch wie soll das funktionieren, wenn du erkrankt bist?

Geben kann man eine ganze Menge.

Du darfst anderen Menschen helfen.

Du darfst für andere Menschen dasein.

Du darfst Verständnis zeigen und zuhören.

Du darfst lieben und dankbar sein.

 

Lieben und dankbar sein kannst du in jeder Situation. Du kannst auch großzügig sein und damit sind wir beim Gewinn.

 

Wie kannst du es erreichen, dass dein Partner oder Angehöriger gewinnt, obwohl er oder sie viel für dich leistet?

Sprecht darüber, was der Nicht-Betroffene für sich braucht.

»Was wünschst du dir?«

»Was wäre für dich in unserem Leben ein Gewinn?«

 

Hilfreich ist es natürlich, wenn dieser Gewinn realistisch zu erreichen wäre.

Nein, schiebe jetzt nicht alle Gedanken gleich beiseite und sage, das geht ja doch nicht. Sondern betrachte deine beziehungsweise eure Ideen genauer.

Oft hilft alleine schon das Gespräch, die Wertschätzung, die dahinter steht. Das Gefühl wird benannt.

 

Wichtig ist, dass beide Seiten reden. Dass beide sagen, was der Gewinn wäre, wie ein Gewinn aussehen könnte.

Wenn du dich hilflos fühlst und siehst, dass dein Partner überfordert ist, dann wirst du dich schlechter fühlen.

Wenn du dann aber sagst, wie du dich fühlst, dass du dir eine Änderung wünschst, dann kann es sein, dass durch dieses Gespräch selbst oder die Lösung, die ihr gemeinsam findet, eine Win-Win-Situation entsteht.

Probiere es aus!

  1. Was ist das Problem?
  2. Warum hast du dieses Problem? Welche Gedanken, Gefühle und Reaktionen sind damit verbunden?
  3. Sende eine Ich-Botschaft mit »Ich fühle, …« oder »ich denke, …«
  4. Äußere deine Wünsche und bitte darum, dass dein Partner oder Angehöriger dir seine Wünsche mitteilt.
  5. Kommt gemeinsam zu einer Win-Win-Lösung.

 

Hast du es ausprobiert?

Dann schreibe mir doch deine Erfahrung in den Kommentar und mache damit anderen Betroffenen Mut, einen Doppelsieg einzufahren!

Silke

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