Diagnose Parkinson

Bis du die Diagnose Parkinson erhältst, kann es mitunter Jahre oder Jahrzehnte dauern. Das ist eine lange Zeit. Doch die fortschreitende Degeneration der Nervenzellen geschieht langsam und beginnt lange vor den ersten deutlichen motorischen Symptomen. Und anhand dieser Symptome wird Parkinson in der Regel diagnostiziert.
Da deine Beschwerden am Anfang noch sehr gering sind und du diese vermutlich nicht als Krankheitsanzeichen wahrnimmst, dauert die Diagnosestellung. Wenn du 60 Jahre alt bist, dann schiebst du die Symptome vielleicht auf das Älterwerden und wenn du noch keine 40 Jahre alt bist, denkst du bei der Müdigkeit eher an Stress als an Parkinson. Dabei ist Parkinson schon lange keine Diagnose mehr, die nur im hohen Alter vorkommt.

Lange vor der Diagnose Parkinson gibt es möglicherweise einige Symptome, die auf die Erkrankung deuten können, aber nicht müssen.

 

Erste Anzeichen von Parkinson beziehungsweise sogenannte Früherkennungsmerkmale sind:

  • gestörter Geruchssinn
  • Depressionen
  • autonome Störungen (Verstopfung, Dranginkontinenz, Erektionsstörungen, Kreislaufstörungen)
  • Schmerzen
  • kognitive Auffälligkeiten
  • Schlafstörungen

 

Leider lässt sich aufgrund dieser frühen Symptome die Diagnose Parkinson nicht stellen. Dafür gibt es zu viele andere naheliegendere Diagnosen, die diese Symptome verursachen könnten.

 

Das und die Tatsache, dass es noch kein bildgebendes Verfahren gibt, das die abgestorbenen Zellen selbst zeigt, macht die Diagnosestellung mitunter so langwierig. Bisher kann der Dat-Scan nur den Mangel an Dopamin sichtbar machen.

Parkinson wird in der Regel anhand der klinischen Symptome, wie Muskelstarre, Zittern und Hypo-/Bradykinese sowie später auch der posturalen Instabilität, diagnostiziert. Doch erst wenn ein großer Prozentsatz (über 50%!) der Zellen abgestorben ist, zeigen sich durch den hohen Dopamin-Mangel die typischen motorischen Symptome, die zur Diagnose führen.

Neben den motorischen Symptomen gibt es weitere nicht-motorische Beschwerden. Motorische Symptome betreffen die Bewegung und Beweglichkeit, nicht-motorische das vegetative Nervensystem, die Psyche und die geistige Leistungsfähigkeit.

 

Typische motorische Symptome sind:

  • Verlangsamung (Bradykinese)
  • weniger Spontanbewegungen und reduzierte Bewegungsamplituden (Hypokinese)
  • Muskelsteife (Rigor)
  • Ruhetremor
  • Beeinträchtigung des Gleichgewichts und der automatischen Aufrichtung (posturale Instabilität)
  • schleichender und einseitiger Beginn
  • Störung der Mimik (Hypomimie)
  • kleine Schrift (Mikrographie)
  • leise Stimme (Mikrophonie)
  • »Einfrieren« der Bewegung (Freezing)

 

Mögliche vegetative Symptome sind:

  • Schluckstörungen
  • Magen-, Darmstörungen (z. B. Verstopfung)
  • Blasenprobleme (z. B. Inkontinenz oder häufiges Wasserlassen)
  • Störungen der Sexualfunktion
  • oberflächliche Atmung
  • Herz-, Kreislaufstörungen
  • verminderte Riechfunktion
  • verstärktes Schwitzen und fettige Haut
  • Schlafstörungen

 

Mögliche psychische Störungen sind:

  • Depressionen
  • Ängste
  • Müdigkeit
  • Halluzinationen
  • Psychosen
  • Apathien
  • Verhaltensstörungen

 

Mögliche kognitive Störungen sind z. B.:

  • Verwirrtheit
  • Demenz

 

Durch die kognitiven Defizite ist möglicherweise dein zielorientiertes Verhalten und somit die Funktionsfähigkeit im Alltag erschwert. Dies betrifft Aktivitäten, die deine mentale Kontrolle und Selbstregulation benötigen, wie planen, organisieren, sich an Details erinnern sowie Zeit und Raum managen.

Deine Persönlichkeit kann sich durch die kognitiven Defizite verändern, die Spontanität abnehmen und das Interesse an der Selbstpflege und Beziehungspflege nachlassen.

Versuche trotzdem aktiv zu bleiben, suche dir Hilfe und Unterstützung, damit du auch diese Schwierigkeiten besser in den Griff bekommst. Es ist nicht dein persönliches Versagen, sondern eine Veränderung, die in deinem Gehirn stattfindet. Dieser Veränderung kannst du nur bewusst entgegenwirken.

 

Obwohl es kein persönliches Versagen oder ein Fehler ist, gibt es viele Hemmungen, über die nicht-motorischen Symptome zu sprechen.

Dabei ist das Reden und Hilfesuchen hier ganz wichtig. Sollten beispielsweise Halluzinationen auftreten, kann eine Veränderung der Medikamente erforderlich sein.

Informiere also deinen Arzt über solche Vorkommnisse!

Halluzinationen sind nicht die Anzeichen dafür, dass du verrückt wirst oder es mit dir zu Ende geht. Es sind Störungen, für die es ebenso Behandlungsmöglichkeiten gibt, wie für die motorischen Symptome.
Wenn du über deine Ängste und Sorgen sprichst, hast du eine Chance, gemeinsam mit deinem Arzt oder Angehörigen eine Lösung zu finden.
Manche nicht-motorischen Probleme sind leider nicht so sichtbar. Sie reduzieren eher schleichend deine Lebensqualität, weil dir unterschiedliche Fähigkeiten schwerfallen. Du kannst dir vielleicht schlechter etwas merken und hast Angst, du wirst dement. Aber die Merkfähigkeit kann auch durch den Dopamin-Mangel verändert sein. Also sprich darüber, und deine Angst kann dir genommen oder reduziert werden. Es ist deine Chance!

 

Wenn du nicht weißt, mit wem du darüber sprechen kannst, dann schau dir mal mein 1:1 Coaching an. Vielleicht hilft dir das in deiner Situation.

Silke